Listen to German – “Der Lateinische Junge”

lateinischerjungeHello everyone,

it’s been entirely too long since we’ve worked on our listening comprehension so today we’ll work on… our listening comprehension. Yeay.
I’ll read a story to you and you can read along, either in German or with the line by line translation.


Today’s story is again based on one of those Frisian folk tales (I found a book with those last year). Frisia is an area in Germany, at the North Sea and their folk tales and fairy tales are just amazing. So lovely and down to earth and funny.
Today, we’ll hear about a smart farmer’s boy who learns some Latin… and that’s all I’m gonna say :). If you have any questions just leave me a comment and now I’d say….

Viel Spaß!!

Oh… I feel like the reading is somewhat slow. If you need a really slow version though, let me know in the comments.

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Some vocab:

der Gelehrte – the scholar
gestelzt reden – speak in a sophisticated/stilted manner
die Mägde – farm girls (old word, kind of like farm servant)
die Knechte – farm hand (old word, kind of like farm servant)
meckern – to constantly complain/bitch
schimpfen, lamentieren – to complain/bitch, lament
grummeln – to murmur
der Fluch – the curse, the curse word
auftauchen – resurface
vorwurfsvoll – reproachful
wahrlich – stilted version for “really”
ein Feld pflügen – plow a field
die Forke – pitchfork
der Schweinestall – the pigpen, pig stall
Bescheid wissen – to know what’s up
der Karren –  unfancy carriage (usually made from wood)
log – written past of “lügen”(to lie)
der Hahn – the rooster/cock
krähen – to crow
der Schreck – sudden scare, shock (not too serious)
durchschauen – figure someone out, see through someone (usually for a specific lie)
fleißig – diligently

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Normal version:

(you can also download the mp3 here)

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Der lateinische Junge

(click here for a line by line translation as pdf )

Da war einmal ein Bauer, der hatte einen Sohn. Der war ein sehr liebes Kind und auch ein sehr kluges.
„Dein Sohn, das ist ein ganz kluger.“ hatten die Leute im Dorf schon  früh gesagt. Und  „Der kann so ein Gelehrter werden. So ein lateinischer Junge.“
Der Sohn wurde älter und größer aber nicht dümmer, und so verkaufte der Bauer seine beste Kuh und sein bestes Schaf und schickte seinen Sohn in die Stadt auf die hohe Schule.

Aber der Sohn war in einem schwierigen Alter. Er saß viel lieber auf der Bierbank als auf der Schulbank und philosophierte mit den anderen klugen Jungen über Kunst und die Liebe und Politik und die Revolution. Nur studieren, das tat er kaum.

Nach fast einem Jahr kehrte er für den Sommer nach Hause zurück und schnell merkten alle, dass er sich verändert hatte. Er redete sehr gestelzt daher, behandelte die Mägde und Knechte als wären sie seine Diener  und meckerte über das harte Bett und das harte Brot. Und als der Bauer ihn am Morgen weckte, damit er bei der Feldarbeit half, da schimpfte und lamentierte der Sohn und grummelte allerlei lateinische Flüche. Denn die hatte er sehr wohl gelernt. Und bei der ersten Gelegenheit schlich er sich davon und tauchte erst zum Abendessen wieder auf.

Da war es dem Bauern zu viel. Nach dem Abendessen, die Sonne war schon fast hinterm Horizont verschwunden, setzte er sich mit seinem Sohn auf die Bank unter dem großen Apfelbaum.
„Mein Junge, du hast heute nicht bei der Feldarbeit geholfen.“ sagte er mit vorwurfsvoller Stimme.
„Vater, das versteht ihr nicht, aber geistige Arbeit ist auch Arbeit und Latein Lernen ist wahrlich nicht weniger anstrengend als ein Feld pflügen. Und ich habe viel gelernt, sehr viel.“ sagte der Sohn.
„Hmmmmmm, viel gelernt hast du also… “ sagte der Bauer skeptisch.

Dann zeigte der Bauer auf eine Forke. „Was heißt das auf Latein?“ fragte er.
Der Sohn wusste es nicht, er hatte ja nichts gelernt. Trotzdem sagte er schnell: „Forkibus.“ Sein Vater konnte es ja auch nicht wissen.
Da zeigte der Bauer auf den Schweinestall. „Und was heißt das auf Latein?“
„Stallus Schweinus.“ sagte der Sohn.
„Und das?“ sagte der Bauer und deutete auf den großen Karren.
„Karribus.“ sagte der Sohn jetzt stolz. Er war sicher, seinen Vater getäuscht zu haben.
Doch der Vater kannte seinen Sohn zu gut und wusste wann er log.

„Gut. Sehr gut“ sagte er. „Hör zu Sohn… morgen, wenn der Hahn kräht wirst du mit dem Forkibus den Mistus aus dem Stallus Schweinus auf den Karribus schaufeln. Und dann geht’s aufs Feldus oder ich verhau dir den Po dass du den ganzen Sommerus nicht sitzen kannst.”
Und dann sagte er weiter:
“Ich habe dich nicht auf die hohe Schule geschickt, damit du lernst, die Nase oben zu tragen. Wir arbeiten hier alle hart dafür, dass du dort hingehen kannst und du musst deinen Teil dazu beitragen.”

Der Sohn bekam einen riesigen Schreck, dass sein Vater ihn durchschaut hatte. Und er sah auch, dass er sich blöd verhalten hatte.
Den Sommer über arbeitete er hart wie alle, und als er im Herbst wieder in die Schule zurückkehrte, lernte er endlich fleißig.
Man sagt, aus ihm sei ein großer Physiker geworden, doch das ist eine andere Geschichte.